Friedrich versus Georg - Reformation, Buchdruck und Bildung im Spannungsfeld zweier Fürsten

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29. September, Do, 10:00 - 18:00 Uhr (28.06. - 06.11.2016)
Geschichte / Sonderausstellung

Reformation, Buchdruck und Bildung im Spannungsfeld zweier sächsischer Fürsten

»Friedrich versus Georg« meint einerseits Herzog Georg den Bärtigen, dem Begründer der albertinischen Linie der Wettiner und andererseits den Ernestiner und Kurfürsten Friedrich III. der Weise, Schutzpatron Luthers. Martin Luther, der 1517 seine 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg nagelt, tritt mit diesem Akt eine Lawine los, die bis 1648 zu einer kirchlichen Erneuerung führt und das Christentum in verschiedene Konfessionen spaltet. Das wettinische Sachsen wird Kernland der Reformation. Obwohl Friedrich der Weise den Reformator nie persönlich treffen wird, wäre ohne seinen kurfürstlichen Schutz und entsprechender Förderung die Reformation nicht so erfolgreich gewesen. Auch Herzog Georg trat als »der Kirche gehorsamster Sohn« für innerkirchliche Reformen ein, doch er war ein entschiedener Gegner der Lehren Luthers und kämpfte gegen »die Ausstreuung des Lutherischen Gifts« mit einer Vielzahl von Schriften. Entlang der Grenze zwischen ernestinischen und albertinischen Landen kommt es zu Spannungen und Interessenskonflikten. Zunehmend nehmen Anhänger des neuen Glaubens zur Predigt das Abendmahl in beiderlei Gestalt ein und bringen damit einen Stein ins Rollen, der zu einem unversöhnlichen Konflikt zwischen Kurfürst Friedrich und dem erzürnten Herzog Georg führt. Die neue Sonderausstellung beleuchtet diese schwellenden und offenen Konflikte in unserer Region kritisch. Daneben erfahren Sie etwas über den Buchdruck, als erstes massenwirksames Medium, der die rasche Verbreitung reformatorischer Schriften erheblich begünstigt. Weitere wichtige Themenschwerpunkte bilden die Bilderstürmerei, der Bauernkrieg und die Säkularisierung der Klosteranlagen als unmittelbare Folgen der Reformation. Darüber hinaus bietet sich dem Besucher die Möglichkeit, in Volksglaube und vorreformatorische Frömmigkeit abzutauchen. Sakrale Skulpturen, Votivtafeln und Pilgerzeichen u.v.m. zeichnen ein Bild des mittelalterlichen Delitzsch mit Blickpunkt auf Wallfahrt, hier ansässige Bruderschaften und den Ablasshandel. Noch heute feiert man jährlich am 29. Juni den daraus entstandenen Ablassmarkt »Peter und Paul«.

Kontakt

Adresse

Museum Barockschloss Delitzsch - Schlossstraße 31, 04509 Delitzsch

Veranstalter

Museum Barockschloss Delitzsch - Schlossstraße 31, 04509 Delitzsch